Erstmals geht die bayerische Weißwurstkrone nach Oberbayern. Ramona Nadler aus der Metzgerei Nadler in Münchsmünster wurde in Bodenmais zur 5. Bayerischen Weißwurstkönigin gekrönt. Die 28-Jährige folgt ihren Vorgängerinnen Nadja Lotter (2013), Steffi Forster (2014),Christin Herrmann (2015) und Luisa Schömig (2016) als „Ramona I.“ auf den bayerischen Weißwurstthron. Lautstark angefeuert von einem Fanclub, der in großer Anzahl in den Bayerischen Wald angereist war, setzte sie sich in der Joska-Waldglashütte in Bodenmais gegen weitere sechs Finalistinnen durch. Die Fleischerei-Fachverkäuferin arbeitet in der elterlichen Metzgerei in Münchsmünster im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Nun repräsentiert sie ein Jahr lang die bayerische Wurstspezialität sowie das Metzgerhandwerk des Freistaats und trägt Diadem und Weißwurstzepter. Beworben hatten sich in diesem Jahr 27 junge Damen aus ganz Bayern.

Zuvor hatte die scheidende Regentin Luisa Schömig in einer emotionalen Dia-Show und ergreifenden Rede ihr Jahr Revue passieren lassen und auf ihre rund 100 Termine im Rahmen eines traditionellen, festlichen und glitzernden Bayern zurückgeblickt. Besonders ein Weißwurstfrühstück mit Obdachlosen habe sie stark beeindruckt.

In einem Wimpernschlagfinale verwies Ramona Nadler letztlich Maria-Christina Gerg (23), ebenfalls Fleischerei-Fachverkäuferin in der Metzgerei Haller in Bad Tölz, auf den zweiten Platz. Alle sieben Finalistinnen meisterten die ihnen gestellten vier Aufgaben mit großer Leidenschaft, viel Charme und jede Menge Spaß. Moderiert wurden diese vom niederbayerischen Musikkabarettisten „Vogelmayer“, Thomas Mayer. Dabei mussten sie eine impulsive Eigendarstellung mit der Begründung zur Wahl zur Weißwurstkönigin in 30 Sekunden leisten, ein kniffliges Weißwurst-Quiz mit je drei Fragen beantworten, ein in wenigen Minuten kreativ getextetes und vorgetragenes bayerisches „Gstanzl“ oder Gedicht verfassen (vorgetragen oder gesungen), sowie einen Sketch mit dem Moderator absolvieren, der ausschließlich falsche Bestellungen rund um die Weißwurst tätigte.
Danach bewertete die Jury diese Aufgaben auf einer Punkte-Skala und ermittelte die Siegerin. Diese punktete mit Coolness, Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit – aber auch die anderen Finalistinnen begeisterten die Gäste ein ums andere Mal.
Die Finalistinnen 2017: Manuela Fuchs (36, Zwiesel, Niederbayern); Maria-Christina Gerg (23, Lenggries, Oberbayern); Ramona Nadler (28, Münchsmünster, Oberbayern); Melanie Rieger (23, Benediktbeuern, Oberbayern); Andrea Schmid (21, Manching, Oberbayern); Anna Spiegl (Schernfeld, Oberbayern) und Daniela Weiß (25, Mainleus, Oberfranken)

Zu den Juroren 2017 zählten der stv. Landesinnungsmeister des Fleischerverband Bayern Werner Braun, die Weißwurstkönigin-Erfinderin Roswitha Nötzel, Luisa Schömig (Luisa I), die Dirdldesignerin Astrid Söll, die alle Finalistinnen ausgestattet sowie das Sieger-Dirndl designt hatte, sowie der scheidende Landrat des Landkreises Regen, Michael Adam. Nun erwartet die neue Weißwurstkönigin eine Reihe repräsentativer Termine und Auftritte für das bayerische Fleischerhandwerk, z. B. bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin oder bei der traditionellen Weißwurstparty beim Stanglwirt in Tirol. www.weisswurstkoenigin.de
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Fotos: Theimer