„Wir möchten ins Bieterrennen einsteigen“, sagte Jörg Blunschi, Chef der Migros-Genossenschaft Zürich, am Wochenende der Zeitung „Schweiz am Sonntag“. Ein Bieterrennen, das eigentlich schon entschieden schien. Denn zunächst wollte der Einzelhandels-Verbund Edeka deutschlandweit 451 Kaiser’s Tengelmann-Filialen von Tengelmann kaufen. Das Geschäft schien bereits in trockenen Tüchern, aber das Bundeskartellamt legte sein Veto ein. Die Wettbewerbshüter befürchteten zuviel Marktmacht und untersagten die Fusion im April.
Edeka und Tengelmann wollen dennoch an dem Geschäft festhalten und haben bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Ministererlaubnis beantragt. Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender von Edeka, legte erst in der vergangenen Woche mit Argumenten nach. Durch die Übernahme sollen keine Jobs vernichtet, sondern bis zu 2.100 neue geschaffen werden.
Und jetzt kommt neue Konkurrenz aus der Schweiz. Migros ist im deutschen Handel keine Unbekannte, seit die Genossenschaft 2012 die Tegut-Kette mit 300 Geschäften und 6.300 Angestellten in Hessen, Thüringen und Nordbayern übernommen hat. Die 130 Tengelmann-Filialen in Bayern würden Jörg Blunschi zufolge „perfekt“ ins deutsche Portfolio der Schweizer passen. Laut „Schweiz am Sonntag“ würden die Supermärkte in Zukunft unter dem Tegut-Label agieren.