Bei ihrer Sommertour steuerten Franz-Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages, und Geschäftsführer Frank Hüpers ausgewählte Betriebe an, um sich über das jeweilige Gewerk und seine Belange zu informieren. Kulinarisch wurde es, als beide in Landsberg am Lech bei Michael Moser und seinen „Eingefleischten“ Halt machten.

Die Führung durch den Betrieb der „Eingefleischten“ zeigte, wie modern sich das Metzgerhandwerk heute präsentieren kann, wovon auch die beiden Gäste beeindruckt waren. Vor allem der große Reiferaum für Dry aged-Fleisch im Verkaufsbereich im Flaggschiff der Metzgerei am Penzinger Feld zog die Blicke auf sich. Michael Moser unterstrich, dass man mit solchen Maßnahmen ein Statement für sein Handwerk abgebe. Weitere Infos zu dieser Metzgerei aus dem Fleischerhandwerk gibt es hier.
Azubis gesucht
Im Gespräch wurden auch die Themen Datenschutz, Internetpranger, bürokratische Belastungen und Fachkräftemangel angesprochen. Wenige Woche vor Beginn des Ausbildungsjahres verzeichnet das bayerische Handwerk zwar ein Plus bei abgeschlossenen Lehrverträgen. Bis Ende Juli registrierten die Handwerkskammern 17.290 neue Ausbildungsverträge – ein Plus von 2,2 % im Jahresvergleich. „Es gibt noch genügend offene Lehrstellen,“ betont Franz Xaver Peteranderl. „Im August und September werden erfahrungsgemäß viele Lehrstellen besetzt. Jugendliche, die auf der Suche sind, sollten einen Blick in die Lehrstellenbörsen auf den Internetseiten der bayerischen Handwerkskammern werfen. Dort gibt es insgesamt noch mehrere Tausend offene Ausbildungsplätze“, so der BHT-Präsident. Zudem helfen Kammern, Innungen und Verbände bei der Suche. Auch die kostenlose App „Lehrstellenradar“ ist ein nützliches Hilfemittel bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
„Wahlprüfsteine“
Im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl fasste der Bayerische Handwerkstag seinen wichtigsten politischen Forderungen in „Wahlprüfsteinen“ zusammen. „Die Berufsorientierung in allen Schularten muss weiter ausgebaut werden. Der Berufsschulunterricht muss weiter in Fachklassen stattfinden, um das fachliche Niveau nicht zu verwässern. Die Zuständigkeit für die berufliche Fort- und Weiterbildung sollte unbedingt bei der Wirtschaft belassen werden“, fordert der BHT-Präsident. Da das Handwerk oft der wichtigste Wirtschaftsbereich im ländlichen Raum ist, spielt die weitere Landesentwicklung für die Betriebe eine besonders wichtige Rolle. Lebendige Ortszentren dürfen durch immer neue Ansiedlungen auf der grünen Wiese nicht gefährdet werden. Weiter müssen Dieselfahrverbote in den Innenstädten verhindert und die bestehenden Ladenöffnungszeiten beibehalten werden.