Behörden in Sachsen-Anhalt haben einen der größten Schweinezüchter Deutschlands mit einem Tierhaltungsverbot belegt. Wie der stern in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, handelt es sich um den gebürtigen Niederländer Adrianus Straathof, der auch schon in der Vergangenheit wiederholt für seine Haltungsmethoden kritisiert wurde.
Das Verbot gilt für Straathof persönlich, bundesweit und betrifft womöglich sämtliche Betriebe, in denen er Geschäftsführer ist oder als Eigentümer Einfluss auf die Tierhaltung hat. Seinen Anwälten wurde der amtliche Bescheid des Landkreises Jerichower Land Ende November zugestellt. „Mit sofortiger Wirkung“ ist ihm seitdem „das Halten und Betreuen von Schweinen untersagt“, heißt es darin. Für einen Schweinezüchter bedeutet das, wenn es rechtskräftig wird, praktisch Berufsverbot.
Straathof wehrt sich gegen den Bescheid und die Vorwürfe, die vor allem seine Ferkelfabrik in Gladau bei Genthin betreffen. Der Bescheid leide an zahlreichen Rechtsmängeln und müsse erst von Gerichten bestätigt werden, teilte eine Sprecherin seiner Holding gegenüber dem stern mit. Die meisten Vorwürfe seien unzutreffend.
Allerdings stützen sich die Behörden auf Durchsuchungsergebnisse der Staatsanwaltschaft, die Staathofs Ferkelfabrik im März während einer Großrazzia nach Tierschutzverstößen durchsuchen ließ. Die Veterinäre des Landkreises Jerichower Land hatten hier und in einer weiteren Straathof-Anlage „jahrelang“ und „immer wieder erhebliche tierschutzrechtliche Verstöße festgestellt“, wie es in ihrem Bescheid heißt.
Mit Straathof trifft es nicht irgendeinen Hinterhofzüchter. Der Niederländer gilt als einer der größten Schweineproduzenten Europas. Nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2013 hat er 25 Standorte und produziert allein in Deutschland insgesamt 1,5 Millionen Ferkel jährlich.