Das bayerische Fleischerhandwerk trauert um Rolf Anger. Der technisch-technologische Berater und ehemalige stv. Geschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern vertrat die Belange der Zunft 35 Jahre lang mit vollster Überzeugung. „Wir verlieren einen langjährigen Wegbegleiter, der es stets verstand sich auch schwierigen Sachverhalten fachlich aber auch humorvoll zu nähern“, erklärt Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) und Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Beliebt bei den Metzgern und Kollegen war er besonders aufgrund seiner humorvollen und direkten Art. Phänomenal war sein Personen- und Namensgedächtnis sowie seine Fähigkeit, bereits aus kurzen Beobachtungen und außergewöhnlicher Menschenkenntnis die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ebenso stark aber war Rolf Anger in seinem fachlichen Bereich, der Beratung. Ein ungewöhnlich breites und zugleich tiefes Fachwissen, die Fähigkeit komplexe Sachverhalte einfach darzustellen sowie das Preisgeben seiner ehrlichen Meinung waren seine täglichen Werkzeuge. „Wenn man es schafft, selbst bei den nicht immer pflegeleichten Metzgern in den Beratungen den Finger in die Wunde zu legen und sie zu kritisieren ohne das diese nachtragend sind, dann gelingt dies nur, wenn man sich zuvor die Anerkennung und den nötigen Respekt erarbeitet hat“, betont Georg Schlagbauer. Als „Meister der Rhetorik“ war Rolf Anger auf unzähligen Innungsversammlungen und informierte über neueste Vorgaben und gesetzliche Auflagen. Die Vorbereitung und Verabschiedung der „Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse“ sowie deren Umsetzung in den Mitgliedsbetrieben war eine seiner ersten Aufgaben beim Verband. Zu seinen letzten Herausforderungen zählte die Umsetzung der EU-Zulassung in den bayerischen Mitgliedsbetrieben. Auch nach seinem Renteneintritt setzte er sich intensiv für das Metzgerhandwerk ein, besonders lag ihm dabei an der Entwicklung des ländlichen Raums als Grundlage einer regionalen Wertschöpfungskette.
Neben der Beratung war Rolf Anger auch Dozent an der Fleischerschule Augsburg. Eine ganze Generation angehender Meister/innen und Verkaufsleiter/innen begeisterte er durch seine strenge, aber zugleich originelle und unverblümte Art des Unterrichts. Bis zuletzt war er als Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses tätig und verabschiedete im Dezember den 325. Meistervorbereitungslehrgang. Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung findet am Freitag, den 9. Januar 2015 um 14 Uhr in der evangelischen Immanuelkirche in Diedorf statt. www.fleischerverband-bayern.de