Bringt der Brexit hormonbehandeltes Rindfleisch?

VDF fordert von der EU „praktikable Lösungen“

Verschiebung der EUDR „wichtiger erster Schritt“

Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) begrüßt ausdrücklich den angekündigten Vorschlag von EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall, die Anwendung der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) um ein weiteres Jahr zu verschieben. „Die Verschiebung ist ein wichtiger erster Schritt, reicht aber für den Rindfleischsektor bei weitem nicht aus“, erklärt Steffen Reiter, Hauptgeschäftsführer des VDF, in einer Pressemitteilung des Verbands.

Die aktuellen Vorgaben stellten die heimische Rinderhaltung vor erhebliche Herausforderungen. Obwohl deutsche Betriebe nachweislich nicht zur Entwaldung beitrügen, würden sie durch umfassende Nachweis- und Berichtspflichten unverhältnismäßig belastet. Das gefährde die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltiger, regionaler Wertschöpfungsketten. „Deshalb fordern wir die EU-Kommission auf, die gewonnene Zeit für eine grundlegende Überarbeitung der Verordnung zu nutzen. Es braucht eine eigene Risiko-Kategorie für Regionen wie Deutschland, in denen keine Verbindung zur Entwaldung besteht,“ ergänzt Reiter.

Rinderhaltung nicht durch unnötige Bürokratie gefährden

Für diese Regionen müssten die Nachweis- und Berichtspflichten deutlich reduziert werden. Nur so könne die EUDR wirksam zum Waldschutz beitragen, ohne die Rinderhaltung in Deutschland durch unnötige Bürokratie zu gefährden. Auch entlang der Lieferketten sollten Waren, die ohne Entwaldungsrisiko auf den EU-Binnenmarkt gelangen, nicht mehrfachen Berichtspflichten unterliegen.

Die deutsche Rinderhaltung stehe für verantwortungsvolle Produktion und transparente Lieferketten. Eine zukunftsfähige EUDR müsse diese Realität anerkennen und praktikable Lösungen schaffen – damit echter Waldschutz erreicht werde, ohne die europäische Landwirtschaft in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen.

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