Vertrag für mehr Tierschutz

Neue wissenschaftliche Methoden zur Risikobewertung und Risikokommunikation entwickeln sowie mehr Zusammenarbeit beim Tierschutz – diese Ziele verfolgt der neu geschlossene Kooperationsvertrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) mit der niederländischen Behörde RIVM, dem Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt. Im Zentrum der am 21. Juni 2016 in Utrecht unterschriebenen Vereinbarung steht ein enger gegenseitiger Austausch wissenschaftlicher Expertise. „RIVM und BfR kooperieren projektbezogen bereits über viele Jahre miteinander“, sagte BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung. „Insbesondere auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Risikobewertung von Stoffgemischen und des Tierschutzes wollen wir zukünftig noch enger zusammen arbeiten.“

 

RIVM und BfR sind Kooperationspartner in verschiedenen wissenschaftlichen Projekten im Bereich der Expositionsschätzung sowie bei der Entwicklung von tierversuchsfreien experimentellen Teststrategien zur verbesserten Bewertung der Toxizität von Gemischen verschiedener toxikologisch relevanter Lebensmittelinhaltsstoffe, Kontaminanten und Pflanzenschutzmittelrückständen. Zukünftig wird das BfR zudem die Weiterentwicklung einer Software unterstützen, die am RIVM für die mathematische Modellierung der Exposition des Verbrauchers mit chemischen Substanzen in verbrauchernahen Produkten entwickelt wurde.

 

Das Kooperationsabkommen sieht eine wissenschaftliche Zusammenarbeit auch im Bereich Tierschutz vor. Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R), angesiedelt am BfR, wird einen wissenschaftlichen Austausch mit dem Netherlands Knowledge Centre on Alternatives to Animal Use (NKCA) aufbauen – einer Gemeinschaftseinrichtung von RIVM und der Universität Utrecht. Die vereinbarte intensivierte Zusammenarbeit dient der Unterstützung der wissenschaftlichen Ziele beider Institutionen im Bereich der Forschung und der Weiterentwicklung von Bewertungsstrategien sowie der Vermeidung von Doppelarbeit. Die in der Zusammenarbeit beider Institutionen gewonnenen Erkenntnisse werden der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) ist eine unabhängige Forschungsreinrichtung des niederländischen Gesundheitsministeriums. Das Institut führt eigene Forschungsarbeiten durch und berät den Staat in Fragen der öffentlichen Gesundheit, des Verbraucherschutzes und Umweltschutzes. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit.

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