Vion raus aus zwei süddeutschen Standorten
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung hat die Vion Food Group den Verkauf von zwei Standorten in Süddeutschland auf den Weg gebracht. Der Standort Crailsheim soll an die Boeser Frischfleisch GmbH übergehen, für den Standort Waldkraiburg (Bild o.) ist eine Übernahme durch die OSI Europe Foodworks GmbH geplant.
Die entsprechenden Verträge seien in der vergangenen Woche unterschrieben worden, meldet Vion in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Transaktionen stehenunter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen. Vion führt zudem derzeit Gespräche zu weiteren Standorten und Geschäftsaktivitäten.
Den süddeutschen Markt sieht der Konzern „weiterhin im Wandel“ und auf dem Weg der Konsolidierung. Vion habe sich daher bewusst für Partner entschieden, die sich eindeutig zu den Standorten bekennen würden und bereit seien, in deren Zukunft zu investieren. Für die Käufer hätten diese Standorte eine hohe strategische Bedeutung und sie würden ihre weitere Unternehmensentwicklung gezielt unterstützen.
Die Zukunft von Crailsheim
Die Aktivitäten in Crailsheim (Rind und Schwein) sollen auf die Boeser Frischfleisch GmbH übergehen. Boeser Frischfleisch ist ein etabliertes deutsches Fleischunternehmen mit Fokus auf Grob- und Feinzerlegung von Schweinefleisch für Handel und Lebensmittelindustrie.
Aus dem Viehhandel kommend, bringe das Unternehmen viel Erfahrung in Beschaffung, Qualität und im verantwortungsvollen Umgang mit Tieren mit. Die geplante Kombination verbinde die Schlachtkompetenz in Crailsheim mit der Expertise von Boeser in Zerlegung und Vertrieb.
In Crailsheim werden jährlich rund 1 Million Schweine und 95.000 Rinder geschlachtet. 593 Mitarbeitende sind hier beschäftigt.
Die Zukunft von Waldkraiburg
Die Aktivitäten in Waldkraiburg sollen auf die OSI Europe Foodworks GmbH übergehen. OSI ist ein international tätiges Lebensmittelunternehmen mit großer Erfahrung in der Fleischverarbeitung und langjährigen Beziehungen zu Kunden aus Gastronomie und Handel.
Waldkraiburg sei ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette. Mit OSI bekomme der Standort einen Partner mit starker industrieller Basis und Zugang zu neuen Märkten. In Waldkraiburg werden jährlich rund 163.000 Rinder geschlachtet. Der Standort beschäftigt 338 Mitarbeitende.
„Crailsheim und Waldkraiburg sind wichtige Standorte für Mitarbeitende, Landwirte und Kunden in ihren Regionen. Unser Ziel ist es, beiden Standorten eine stabile und langfristige Perspektive zu geben. Mit erfahrenen Partnern, die über starken Marktzugang und industrielle Kompetenz verfügen, sehen wir gute Voraussetzungen, dass sich die Standorte weiterentwickeln und verlässliche Partner in der regionalen Wertschöpfungskette bleiben“, sagt Tjarda Klimp, CEO der Vion Food Group.
Beide geplanten Transaktionen sind als Share Deals strukturiert. Der Vollzug erfolge vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen und werde in den kommenden Monaten erwartet. Bis dahin laufe der Betrieb an allen Standorten wie gewohnt weiter. Lieferketten und Kundenbeziehungen blieben bestehen, alle Verpflichtungen würden erfüllt.
Weitere Standorte in Deutschland
Auch für die übrigen deutschen Standorte prüfe Vion weiterhin Lösungen. Ziel sei es, langfristige Perspektiven zu entwickeln, die den Standorten Stabilität geben und für Mitarbeitende, Landwirte und Kunden Klarheit schaffen.
Für den Rindfleischstandort Buchloe gebe es konkretes Interesse mehrerer Parteien. Vion prüfe derzeit die Auswahl eines geeigneten Partners. Für die BestHides-Standorte in Memmingen und Eching-Weixerau würden alternative Optionen verfolgt. Beide Standorte arbeiteten unverändert weiter, bestehende Lieferantenbeziehungen würden fortgesetzt.
Vion setzt Neuausrichtung fort
Die geplanten Transaktionen sind Teil der strategischen Neuausrichtung von Vion mit stärkerem Fokus auf die Benelux-Region, die im Juni 2024 angekündigt wurde. Sie soll Spielraum für weitere Investitionen in Nachhaltigkeit und wertschöpfungsstarke Bereiche im Benelux schaffen und die Zukunft der deutschen Standorte unter neuer Eigentümerschaft sichern.