Bei einem Betriebsbesuch der Feinkost-Metzgerei Weber in Lenggries überzeugten sich BHT-Präsident Georg Schlagbauer und der Hauptgeschäftsführer der HwK München-Oberbayern Dr. Lothar Semper von nachhaltig gelebter Regionalität.
„Das Ernährungshandwerk ist unverzichtbar bei der Herstellung und Vermarktung heimischer Produkte“, erklärte der Präsident der HwK für München und Oberbayern, Georg Schlagbauer, beim Auftakt der Sommertour durch den Kammerbezirk. Die Ernährungshandwerke würden immer mehr in einen unfairen Wettbewerb gezwungen, so Schlagbauer. Einerseits subventioniere das Landwirtschaftsministerium Direktvermarkter, andererseits drohe durch das bayerische Landesentwicklungsprogramm (LEP) Kaufkraft aus den Dorfzentren abgezogen zu werden. Das habe zur Folge, dass Freistaat und Kommunen „Dorfläden“ sponsern, eine unmittelbare Konkurrenz zu Bäckern, Metzgern und Konditoren. „Konkurrenz ja“, so der Kammerpräsident, „subventionierte Konkurrenz nein!“ Man müsse endlich erkennen, dass die Lebensmittelgewerke als wichtige Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Endverbraucher nicht weiter in die Zange genommen werden dürfen, sondern dass man sie entsprechend fördern muss. Dies sei durchaus mit EU-Mitteln möglich, müsse aber politisch gewollt sein, so Georg Schlagbauer.
Die Metzgerei Weber schlachtet selbst und ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie eine einwandfreie Zusammenarbeit mit Bauern vor Ort sowie eine perfekte Verarbeitung und Vermarktung heimischer Produkte funktioniert. Es ist gewährleistet, dass ausschließlich Tiere aus der Gegend verarbeitet werden. „98 % unserer Ware stammen aus eigener Produktion und damit aus der Region“, betont Juniorchef Karl Weber. „So sieht nachhaltiges Wirtschaften in der Praxis des Handwerks aus“, so Georg Schlagbauer. www.feinkost-metzgerei-weber.de
Foto: Baier