2015 ist der Welthandel von Schweinefleisch von der Handelsblockade von Schweinefleisch aus der EU, USA und Kanada nach Russland geprägt. Zudem wirkt der niedrige Euro gegenüber dem US-Dollar unterstützend im Handel von EU-Schweinefleisch nach Asien. Im März führten außerdem Streikmaßnahmen der Gewerkschaften von Hafenmitarbeitern an der US-Westküste sowie von Speditionsangestellten in Brasilien zu Stornierungen von Fleischlieferungen nach Asien. Im weltweiten Schweinefleischhandel wurden von den Top 4-Exporteuren (EU, USA, Kanada und Brasilien) in der Summe von Januar bis März mit 1,6 Mio. t das Vorjahresergebnis um 20.000 t bzw. 1,2 % verfehlt. Heraus sticht der EU-Auslandshandel, der mit einem Gesamtvolumen von 710.000 t das Vorjahresergebnis im Jahresvergleich um 9 % übertrifft. Im vergangenen Jahr war die Entwicklung noch andersherum. Grund für den gedämpften Handel der Weltschweinefleisch-Exporte, obwohl das Schlachtaufkommen auch in Nordamerika größer ist, sind die Wettbewerbsnachteile von US-Exporteuren. Die USA verfehlten mit 526.000 t von Januar bis März 2015 das Vorjahresergebnis um 10 %. Der einzige Lichtblick für die USA: die rege Nachfrage nach US-Schweinefleisch in Mexiko. Handelsunterbrechungen und die steigende Inlandsnachfrage nach Schweinefleisch führten dazu, dass die brasilianischen Fleischexporte mit einem Volumen von 76.000 t gegenüber dem Vorjahr um 7.000 t bzw. 18 % geringer ausfielen. Für 2015 erwarten US-Exporteure eine deutlich steigende Inlandsnachfrage nach US-Schweinefleisch, auch da Rindfleisch teuer ist und die grassierende Vogelgrippe die Geflügelfleischerzeugung dämpft. Die Freude bei den EU-Vermarktern bleibt trotz steigender Ausfuhrzahlen aus, da der große Preisdruck und die fallenden Erlösmöglichkeiten beklagt werden. Die Top 4 der Exportnationen vereinen über 90 % der weltweiten Ausfuhren. (AMI) www.ami-informiert.de
Foto: Danske Slagterier