Geflügelware ohne Kennzeichnung

„Das miserable Ergebnis aus dem letzten Jahr wurde bei einem erneuten Check im Oktober bestätigt“, so Ernährungsexpertin Waltraud Fesser, „in 14 von 18 Einkaufsstätten fehlt noch immer das Verbrauchsdatum bei lose angebotenem, frischem Geflügel“. Dies stellte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in einem Marktcheck fest.

Da frisches, unverarbeitetes Geflügelfleisch schnell verdirbt, ist die Angabe des Verbrauchsdatums Pflicht. Bei abgepacktem Geflügel ist dies schon lange vorgeschrieben, bei frischem, lose angebotenem Geflügelfleisch auch bereits seit März 2013. Kontrolliert werden muss die Kennzeichnung durch die Lebensmittelüberwachung. Die Verbraucherzentrale erwartet, dass die Behörde jetzt endlich reagiert.

Schon im Jahr 2014 hatte sich die Verbraucherzentrale auf Wochenmärkten, in Fleischerfachgeschäften und in Supermärkten angesehen, ob Verbraucherinnen und Verbraucher das Verbrauchsdatum bei lose angebotenem frischem Geflügel vorfinden. Das Ergebnis war erschreckend, denn in 18 von 22 besuchten Verkaufsstellen fehlte es.

Seit dem letzten Marktcheck mussen zwei Geschäfte schließen
Im Oktober 2015 wurden dieselben Märkte und Geschäfte in Mainz, Koblenz, Ludwigshafen und Frankenthal überprüft. Zwei Fleischerfachgeschäfte hatten inzwischen geschlossen, ein Marktstand war nicht mehr auf dem Wochenmarkt vertreten und eine Metzgerei bietet kein loses Geflügel mehr an. In den verbleibenden 18 Einkaufsstätten wurde der Marktcheck wiederholt. Auch diesmal kennzeichneten nur vier der 18 besuchten Verkaufsstellen das Verbrauchsdatum. Einer der im vergangenen Jahr durchgefallenen Supermärkte hat mittlerweile reagiert und kennzeichnet beim Geflügel. Ein weiterer, bei dem es 2014 nichts zu beanstanden gab, hat sich jedoch von der Angabe des Verbrauchsdatums verabschiedet.

Bereits nach dem ersten Check 2014 teilte die Verbraucherzentrale die Missstände den Überwachungsbehörden mit und forderte die entsprechende Überprüfung ein. Doch anscheinend ist nichts passiert. Die Behörden sind offensichtlich nicht aktiv geworden; sie hüllen sich vielmehr in Schweigen.

Ernährungsexpertin Fesser fordert, dass Handel und Überwachung endlich aufwachen und handeln. Die Kennzeichnungsregelung beim leicht verderblichen Geflügelfleisch muss endlich umgesetzt und überprüft werden. „Wir sind hier weiter hartnäckig“, verspricht sie.

Gefördert wird die Aktion vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz (MULEWF).

www.verbraucherzentrale-rlp.de

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