Der Zentralverband Naturdarm e. V. und das 1. Deutsche Bratwurstmuseum küren erstmals die „Wurst des Jahres“. Welche Sorte nach dem Votum der Fach-Jury den Titel für 2027 tragen wird, geben die Initiatoren am 7. November 2026 beim 3. „Wurstival“ im Deutschen Bratwurstmuseum in Mühlhausen bekannt. Zur Wahl stehen fünf traditionelle Wurstsorten aus unterschiedlichen Regionen: Bremer Pinkel, Berliner Currywurst, Krakauer, Münchner Weißwurst und Bauernseufzer. Jede davon steht für eine eigene regionale Esskultur, besondere handwerkliche Traditionen und Geschichten, die es zu entdecken gilt.
Sechs Perspektiven auf Wurstkultur
Die Jury vereint Fachwissen aus Fleischerhandwerk, Wurstherstellung und Sensorik mit Erfahrungen aus Kulinarik, Kulturgeschichte und Medien. Mitglieder sind die amtierende Bayerische Weißwurstkönigin Julia Böbel, Fleischermeister und Fleisch-Sommelier Michael Keller, Köchin und Kochbuchautorin Tanya Harding sowie Marco Theimer, Chefredakteur des Fachmagazins „FH Fleischer-Handwerk“. Seitens der Initiatoren sind Hilmar Reiß, Wurst-Kulturbotschafter des Zentralverbands Naturdarm, und Thomas Mäuer, Gründer und Geschäftsführer des Deutschen Bratwurstmuseums in dem Gremium vertreten.
Jedes Jahr eine Wurst und ihre Geschichte
Mit der neuen Aktion wollen die Initiatoren künftig jedes Jahr eine traditionelle Wurstsorte ins öffentliche Bewusstsein rücken. Im Mittelpunkt stehen ihre Herkunft, ihre regionale Bedeutung, die handwerkliche Herstellung und die Menschen, die ihre Tradition lebendig halten. Die fünf Kandidaten spiegeln bereits bei der Premiere die Vielfalt der deutschen Wurstkultur wider: vom norddeutschen Kohl-und-Pinkel-Brauch über die Berliner Imbisskultur und die Krakauer mit ihren polnischen Wurzeln bis zur Münchner Weißwurst und dem traditionsreichen Bauernseufzer. Die Aktion richtet den Blick damit nicht allein auf Geschmack und Qualität. Sie möchte auch die Geschichten erzählen, die sich mit regionalen Wurstsorten, ihren Namen und ihrer Herstellung verbinden.
Teil der Kampagne „Rettet das Wurst-Kulturerbe“
Die „Wurst des Jahres“ knüpft an die langjährige Kampagne „Rettet das Wurst-Kulturerbe“ des Zentralverbands Naturdarm an. Sie macht darauf aufmerksam, dass traditionelle Wurstsorten ein Teil der deutschen Ess- und Alltagskultur sind. Zum Wurst-Kulturerbe zählen neben regionalen Rezepturen auch überlieferte Herstellungsverfahren und das Wissen um den Naturdarm. Als natürliche Wursthülle prägt dieser seit Jahrhunderten Form, Aussehen und Genusserlebnis vieler Spezialitäten. Er gibt jeder Wurst ein individuelles Profil und sorgt bei zahlreichen Sorten für den typischen Knackeffekt.
„Deutschland besitzt eine außergewöhnliche Wurstvielfalt. In den einzelnen Sorten stecken regionales Wissen, handwerkliches Können und oft über Generationen weitergegebene Traditionen. Mit der Wurst des Jahres möchten wir dazu beitragen, dass dieses kulinarische Erbe sichtbar und lebendig bleibt“, sagt Hilmar Reiß. „Wurst ist ein Stück Alltagskultur. Viele regionale Sorten erzählen von ihrer Heimat, von besonderen Bräuchen und von handwerklichem Wissen. Genau diese Geschichten wollen wir gemeinsam entdecken und weitererzählen“, erklärt Thomas Mäuer.
Im Profil: Der Zentralverband Naturdarm e.V. vertritt seit 1947 die Interessen der deutschen Unternehmen, die Naturdärme handeln und verarbeiten. Mit der Kampagne „Rettet das Wurst-Kulturerbe“ setzt er sich seit vielen Jahren für Wurstvielfalt, handwerkliche Herstellung und
den Naturdarm als traditionelle und zeitgemäße Wursthülle ein.
Im Profil: Das 1. Deutsche Bratwurstmuseum in Mühlhausen vermittelt Geschichte, Handwerk und Kultur rund um die Bratwurst. Als Erlebnisort verbindet es Fachwissen, Unterhaltung und Genuss und macht regionale Wursttraditionen für ein breites Publikum lebendig.
Weitere Informationen zur Aktion, zu den fünf Kandidaten und zur Jury gibt es unter:bratwurstmuseum.de/wurst-des-jahres/