Ermittlungen gegen Tönnies eingestellt

Im Familienstreit um die Macht bei Tönnies erreichte Firmenchef Clemens Tönnies laut Wirtschaftsmagazin ‘Capital‘ (Online) einen Etappensieg. Die Einstellung des Verfahrens unterzeichnete das Fürstliche Landgericht Vaduz schon am 5.11.2015 (Az. 14UR.2014.336). Nach knapp dreijährigen Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit liechtensteinischen Stiftungen gegen den Schalke-Aufsichtsratschef ein. In dem Dokument, das ‘Capital‘ vorliegt, heißt es: „Die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft hat erklärt, von der strafgerichtlichen Verfolgung des Klemens Tönnies sen. abzusehen.“ Wie es im Beschluss weiter heißt, stimmte der Untersuchungsrichter der Einstellung zu.

 

Das Fürstentum zählt zu den Schauplätzen des seit vier Jahren laufenden Streits zwischen Clemens Tönnies und seinem Neffen Robert. Beide halten je 50 % an dem Fleischkonzern mit rund 6 Mrd. Euro Umsatz. In einem Prozess vor dem Bielefelder Landgericht fordert Robert Tönnies 5 % der Firmenanteile zurück, die er seinem Onkel vor einigen Jahren geschenkt hatte und begründet dies mit „grobem Undank“. Als einen der Gründe für den Schenkungswiderruf hatten Roberts Anwälte die Ermittlungen in Liechtenstein angeführt.

 

Hintergrund des eingestellten Strafverfahrens sei der Kauf einer Villa auf Mallorca, die Clemens Tönnies 2002 mit Geld aus Liechtenstein finanziert hatte. Dafür gewährte die Liechtensteiner Gesellschaft Orgaplan einen Kredit an einen ihrer Anteilseigner, eine Stiftung mit dem Begünstigten Clemens Tönnies. Über eine zweite Stiftung, die zum Erbe des verstorbenen Firmengründers Bernd zählte, hielt Robert Tönnies Anteile an der Gesellschaft. Im Ermittlungsverfahren ging es darum, ob durch das Darlehen der Tatbestand der Untreue zulasten des Neffens erfüllt ist.

 

Foto: Tönnies

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