Reduzierte Mehrwertsteuersätze im Gastgewerbe für mehr Jobs und Umsätze

Die Europäische Kommission wird zum 30. Juni 2007 einen Bericht über die Auswirkungen der Anwendung reduzierter Umsatzsteuersätze auf lokal angebotene Dienstleistungen einschließlich Restaurants vorlegen. Vor diesem Hintergrund organisierte HOTREC das Seminar "Die Mehrwertsteuer und das Gastgewerbe", an dem mehr als 100 Repräsentanten nationaler Parlamente und Regierungen und Vertreter der HOTREC-Mitgliedsverbände teilnahmen.

EU-Kommissar Kovács erinnerte die Teilnehmer an die zahlreichen Anstrengungen der vergangenen Jahre, zu einem endgültigen und nachhaltigen System der Mehrwertsteuersätze in Europa zu finden und zugleich an die Schwierigkeiten, eine einstimmige Entscheidung der nunmehr 27 Regierungen herbeizuführen. Der Bericht im Juni 2007 werde hoffentlich der Ausgangspunkt für eine erneute Debatte und die Suche nach einer endgültigen und belastbaren Lösung der Mehrwertsteuersätze für alle Wirtschaftssektoren sein.

Nach der Rede von EU-Kommissar Kovács, wurden die jüngsten – glücklichen und weniger glücklichen – Entwicklungen aus Portugal, Frankreich, Ungarn, der Tschechischen Republik, Deutschland, Finnland und Island präsentiert.
Insbesondere der isländische Fall führte den Seminarteilnehmern ein beispielgebendes und zur Nachahmung empfohlenes Szenario vor Augen:
Ab dem 1. März 2007 senkt Island den Mehrwertsteuersatz für Restaurants und Hotels von 24,5 Prozent bzw. 14 Prozent auf einheitliche 7 Prozent.

Für den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) und den Hotelverband Deutschland (IHA) forderte IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe von Budapest aus die deutsche Bundesregierung auf, auch deutsche Restaurants und Hotels von reduzierten Mehrwertsteuersätzen profitieren zu lassen.

Gemäß einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm) könnten auf diese Weise 70.000 zusätzliche Jobs im Gastgewerbe in Deutschland geschaffen werden. "Ein einheitlicher Binnenmarkt in einem gemeinsamen Währungsraum könne nicht nach den Prinzipien einer modernen Variante des ´Beggar thy neighbour´ funktionieren", forderte Luthe die Große Koalition in Berlin auf, der eklatanten Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der deutschen Hotellerie ein Ende zu setzen.

HOTREC-Präsident Bernd Geyer, der gemeinsam mit dem französischen Verbandspräsidenten André Daguin das Seminar leitete, unterstrich die Entschlossenheit aller HOTREC-Mitgliedsverbände, ihren Kampf für die Anwendung der niedrigstmöglichen Mehrwertsteuersätze für Hotel- und Restaurantumsätze in allen EU-Ländern fortzusetzen.

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