Fleischwirtschaft Jahrestagung Alois Rainer

Fleischgipfel bei Bundesminister Alois Rainer

Fleischwirtschaft fordert klare Signale für Wettbewerbsfähigkeit und Entlastung

Die Schweinehalter und Unternehmen der Fleischwirtschaft in Deutschland stehen unter massivem wirtschaftlichem Druck. In einem Gipfelgespräch auf Einladung von Bundes-Landwirtschafts- und Ernährungsminister Alois Rainer (CSU) am gestrigen Mittwoch, 25. Februar 2026, forderten der Verband der Fleischwirtschaft e.V. (VDF) und der Bundesverband der Wurst- und Schinkenproduzenten e.V. (BVWS) klare wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schweinfleischerzeugung und Fleischwirtschaft dauerhaft zu sichern.

Aus Sicht von VDF und BVWS sind ein praxistaugliches Genehmigungsrecht, ein gut ausgestattetes Bundesförderprogramm sowie die schnelle Umsetzung der Agrarexportstrategie des BMLEH wichtige Voraussetzungen, um auch künftig die Versorgungssicherheit mit Fleisch und Fleischerzeugnissen aus heimischer Produktion gewährleisten zu können. „Ohne die richtigen Rahmenbedingungen droht die Nutztierhaltung in Deutschland wegzubrechen – mit dramatischen Folgen für gewachsene Strukturen, für unsere Ernährungssicherheit und auch für den Klimaschutz. Daher begrüßen wir den von Minister Rainer initiierten Austausch“, sagte Martin Müller, Vorstandsvorsitzender des VDF.

Verlässliche Förderung angemahnt

„Unsere Tierhalter sind Vorreiter bei Tierwohl und Klimaschutz. Sie erfüllen besonders hohe Standards. Wenn wir weiterhin bei den hohen nationalen Anforderungen an Tierwohl und Nachhaltigkeit im europäischen Binnenmarkt bestehen und diese Position ausbauen wollen, muss es eine verlässliche Förderung geben, und Bau- und Emissionsrecht müssen so angepasst werden, dass auch investiert werden kann“, ergänzte Andreas Steinemann, Vorstand des BVWS.

Darüber hinaus fordern die Verbände eine schnelle Öffnung wichtiger Drittländermärkte, die seit Jahren geschlossen sind, sowie die fokussierte Umsetzung der Exportstrategie. „Wir sehen, dass die Exportstrategie erste Erfolge zeigt. Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (MoU) zur Erreichung eines ASP-Regionalisierungsabkommens mit China ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Dafür und für seinen persönlichen Einsatz danken wir dem Minister ausdrücklich.

Weitere Forderung: deutlicher Bürokratieabbau

Für die Fleischwirtschaft ist der Abschluss von Veterinärvereinbarungen der zentrale Punkt der Exportförderung. Dieses Feld können wir nicht allein bearbeiten. Hier brauchen wir das BMLEH“, so Müller weiter. Der Kette sind allein durch den Wegfall des chinesischen Marktes Erlöse von jährlich einer Milliarde Euro verloren gegangen.

Zudem mahnen die Verbände einen deutlichen Bürokratieabbau an. Andreas Steinemann: „Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz kann nur dann zu mehr Tierwohl beitragen, ohne Unternehmen zu schaden, wenn es bürokratiearm umgesetzt wird. Zusätzliche Belastungen der tierischen Produktion – etwa durch neue Auflagen oder steuerliche Eingriffe – werden klar zurückgewiesen.“

„Rechtssichere und praxistaugliche Lösungen“

Auch für Schlachtung und Verarbeitung seien rechtssichere und praxistaugliche Lösungen notwendig. Angesichts des zunehmenden Personalmangels brauche es unter anderem einen klar geregelten Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie eine sachgerechte Ausgestaltung der Veterinärüberwachung. Bei der Umsetzung europäischer Richtlinien in nationales Recht müssen die zulässigen Spielräume zu Gunsten der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen genutzt werden.

Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz, sagte die Prüfung und Unterstützung der Anliegen zu und kündigte die Fortsetzung des Dialogs mit den Verbänden an.

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