“Ohne Gentechnik” hat Erfolg

Die Teilnehmer zeigten sich davon ueberzeugt, dass die Nachfrage im “ohne Gentechnik”-Marktsektor gross sein wird – wenn ein entsprechend grosses und breit gefaechertes Angebot zur Verfuegung steht. Deutlich wurde auch, dass die Unternehmen Anlaufzeit fuer den Umstieg auf gentechnikfreie Futterpflanzen brauchen, denn die diesjaehrige Ernte war bereits verplant, als die Kennzeichnungsregelung in Kraft trat.
Ein Problem ist auch die duerftige Informationslage sowohl bei Verbrauchern als auch Anwendern. Hinzu kommt das Fehlen eines einheitlichen Labels. Unsicherheiten darueber, wie die Lebensmittelueberwachung auf Funde von Spuren gentechnisch veraenderten Materials reagiert, scheinen inzwischen ausgeraeumt zu sein. Nach Absprache mit dem Bundesministerium fuer Ernaehrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz scheint die Ueberwachung in den Laendern den Umgang mit zufaelligen oder technisch unvermeidbaren gentechnisch veraenderten Organismen einheitlich handhaben zu koennen. Auch wurde von den anwesenden Experten aus dem Futtermittelbereich erklaert, dass genuegend GVO-freie Futtermittel zur Verfuegung stuenden.
Dass “ohne Gentechnik” machbar ist, zeigten die Berichte von Erzeugern und Anbietern, die bereits in die Kennzeichnung eingestiegen sind. Die mittelstaendische Supermarktkette tegut, die bereits 2005 mit der Einfuehrung von Milchprodukten “ohne Gentechnik” gestartet ist, ergaenzt dies ab 1. Oktober 2008 mit Schweinefleisch der Eigenmarke “kff LandPrimus”. Noch beaeugen sich die Grossen der Branche skeptisch: Wer kommt zuerst raus? Damit ist wohl schneller zu rechnen, als manche derzeit glauben. Der Bund fuer Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) sieht das deutlich skeptischer: “Die Vorgaben dieser neuen “ohne Gentechnik”-Kennzeichnung finden in der Ernaehrungsindustrie und im Lebensmitteleinzelhandel bislang keine Akzeptanz”, meint Dr. Marcus Girnau, Geschaeftsfuehrer des BLL. Eine Ausnahme bildeten lediglich Nischenmaerkte.
Die SPD forderte nach der Veranstaltung eine Informationskampagne fuer den Handel, um bestehende Unsicherheiten ueber die Konsequenzen der neuen Kennzeichnung und die Handhabung durch die Lebensmittelueberwachung auszuraeumen. Geld hierfuer wolle man im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen locker machen.

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