DFV: Großer Zuspruch in Travemünde

Am 13. und 14. Oktober 2024 fand in Travemünde der 134. Deutsche Fleischer-Verbandstag statt. Zu dem Kongress kamen neben den Delegierten der Mitglieder erneut zahlreiche Gäste, um sich mit den Vertretern des Fleischerhandwerks auszutauschen.

Die Eröffnungsveranstaltung zum Auftakt war geprägt von der Frage, welchen Platz das personalintensive Fleischerhandwerks in der Arbeitswelt der Zukunft einnehmen kann. Dazu hielt der Autor und Unternehmer Stefan Dietz ein Impulsreferat, in dem er Ansätze aufzeigte, wie man den Trends zu immer weniger Arbeitszeit und Homeoffice aktiv begegnen kann. Insbesondere, so seine Kernaussage, wird es darauf ankommen, deutlich zu machen, dass die Arbeitsplätze im Handwerk eben nicht ins Ausland verlagert werden können, wie das bei Büroarbeit in vielen Fällen leicht möglich ist. Diesen Vorteil könne man ausspielen, vor allem dann, wenn es gelingt, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dabei kommt es nach seiner Ansicht nicht nur auf die Bezahlung an, die zwar fair, aber nicht überhöht sein muss. Viel wichtiger ist es, dass die eigenen Mitarbeiter in ihrem Umfeld positiv für das Unternehmen werben.

Foto: Deutscher Fleischer-Verband

Das Thema wurde anschließend in einer Podiumsdiskussion aufgegriffen, an der neben dem Referenten DFV-Präsident Herbert Dohrmann und der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, teilnahmen. Hier wurden vor allem die richtigen politischen Rahmenbedingungen eingefordert. Jörg Dittrich (li.) betonte dabei etwa, dass es nicht akzeptabel ist, wenn Berufsschulen und Bildungseinrichtungen des Handwerks vernachlässigt werden, während die akademische Bildung bevorzugt wird.

Positive Ansätze aufgreifen

Schon vor der Behandlung des Schwerpunktthemas hatten die beiden Präsidenten in ihren Reden drängende politische Themen aufgegriffen. So monierte Herbert Dohrmann, dass die Unzufriedenheit, die vielerorts wahrzunehmen ist, von der Ampel-Regierung hausgemacht sei. An Beispielen verdeutlichte er, dass das Regierungshandeln an der Lebenswirklichkeit der übergroßen Mehrheit der Menschen vorbeigeht. Darin liege auch ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Wähler Parteien zuwenden, die zwar keine Konzepte haben, die Unzufriedenheit aber geschickt aufnehmen. Bei aller berechtigten Kritik darf man aber nach seiner Aussage die positiven Ansätze nicht übersehen. Er verwies auf den aktuellen Ernährungsreport der Bundesregierung, der belegt, dass zuletzt vor allem bei jungen Menschen der Fleischkonsum zugenommen hat. Es ist nun Aufgabe der Unternehmen und der Verbände des Fleischerhandwerks, diese Erkenntnisse noch deutlicher als bisher nach außen zu tragen.

Ehrungen

Fotos: Deutscher Fleischer-Verband

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wurde DFV-Präsident Herbert Dohrmann eine besondere Ehre zuteil. Für sein langes und erfolgreiches ehrenamtliches Engagement für das Handwerk auf Innungs-, Landes- und Bundesebene sowie im ZDH-Präsidium wurde er von Jörg Dittrich mit der höchsten Ehrung des Handwerks, dem Handwerkszeichen in Gold, ausgezeichnet (Bild links). Beim Verbandstag wurde zudem Laura Reckmann (22, Bild rechts) für ihren zweiten Platz und die Silbermedaille bei den „WorldSkillls 2024“ in Lyon geehrt.

Die Mitgliederversammlung

Am Montag tagte mit der Delegiertenversammlung das höchste DFV-Gremium. Neben der Berichterstattung durch den Präsidenten und die Präsidiumsmitglieder stand hier der kommende Bundestagswahlkampf im Fokus. Der DFV hat hierzu zehn Kernforderungen formuliert, die gegenüber den politischen Parteien vertreten werden sollen. Jedem Delegierten wurden mehrere Karten zur Verfügung gestellt, auf denen die Forderungen schlagwortartig aufgeführt werden. Ein QR-Code führt zu den ausführlichen Beschreibungen der Thesen. Diese Karten sollen an die Bundestagskandidaten ausgegeben und als Grundlage für Politikergespräche genutzt werden.

Die Regularien, die im Rahmen der Versammlung durchzuführen sind, brachten fast ausschließlich einstimmige Zustimmungen. Das sehr positive Jahresergebnis des letzten Jahres ermöglicht es, auf eine reguläre Beitragserhöhung für das nächste Jahr zu verzichten. Nur die 2023 beschlossene Erhöhung zur Finanzierung des zu schaffenden DFV-Hauptstadtbüros wird eingerechnet. Eine umfassende Berichterstattung über die Ereignisse und Ergebnisse des letzten Jahres erfolgt im DFV-Jahrbuch, das den Delegierten vorgelegt und an alle Mitgliedsunternehmen verschickt wurde.

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