Klimaneutrale Metzgerei

Die Landfleischerei Koch aus Calden nutzt als eine der ersten Fleischereien bundesweit das Angebot des Deutschen Fleischer-Verbandes, den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens zu ermitteln und mit Hilfe des Partners Fokus-Zukunft klimaneutral zu sein. Bisher stieß der selbstschlachtende Betrieb, der seine Tiere konsequent aus der Region bezieht, pro Jahr ca. 150 t CO2 aus. Hauptanteil daran haben veraltete Kühlanlagen, die gerade zur Erneuerung anstehen sowie der Bezug von konventionellem Strom. Wird die Anlage erneuert und würde Ökostrom aus erneuerbaren Energien bezogen, ließe sich dieser Wert stark reduzieren. Weitere Einsparungen wären durch Maßnahmen wie die Modernisierung des Fuhrparks oder die Auswahl zertifizierter Zulieferer erreichbar.

 

Ansprechpartner für die DFV-Energieberatung ist Dipl.-Ing. Axel J. Nolden: „Nach wie vor machen die Energiekosten einen bedeutenden Anteil an den Gesamtkosten eines typischen fleischerhandwerklichen Unternehmens aus. Es lohnt sich nach Einsparungspotenzialen zu suchen. Nicht zuletzt lebt der Klimaschutz vom Mitmachen – je mehr Unternehmen des Fleischerhandwerks sich beteiligen, desto besser für alle.“ Und Juniorchefin Katharina Koch erklärt: „Wir möchten Energie und CO2 einsparen und unseren Kunden zeigen, dass wir die Verantwortung für unsere Emissionen übernehmen. Darüber hinaus werden wir auch unsere Lieferanten anregen, sich mit dem Thema Klimaschutz zu beschäftigen. Auch dies führt bei uns zu einer niedrigeren Belastung. Unser Ziel ist es, die Emissionen im kommenden Jahr auf deutlich unter 100 t CO2/Jahr zu senken.“ Sie ist überzeugt, dass die Klimaneutralität ihres Unternehmens ein gutes Argument in aktuellen gesellschaftlichen Debatten darstellt und auch bei den Kunden positiv aufgenommen wird. Um die Emissionen für dieses Jahr auszugleichen, unterstützt die Fleischerei ein Wasserprojekt in Brasilien. Dafür erwarb sie entsprechende Emissionszertifikate.

 

Das neue Angebot der DFV-Beratungsstelle wurde im Zuge der Leitbildarbeit des Verbandes entwickelt. Es hilft Unternehmen des Fleischerhandwerks, Energiekosten einzusparen, klimaschädliche Emissionen zu vermeiden und einen Ausgleich für unvermeidbare Emissionen des Betriebes zu schaffen. Diese Dienstleistung ist gemäß den Vereinbarungen des Kyoto-Protokolls gestaltet. Dementsprechend bestand die neue Dienstleistung aus drei Schritten:

– Im ersten ermittelte den DFV-Berater alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung im Betriebsablauf. So wurden nicht nur die Energiekosten der Fleischerei gesenkt. Die Einsparungen machten sich auch bei der Berechnung der Klimabilanz klar bemerkbar.

– Im zweiten Schritt wurden Maßnahmen empfohlen, mit denen Betriebe mögliche klimaschädliche Emissionen vermeiden können.

– Im dritten Schritt wurden nicht vermeidbare Emissionen durch den Erwerb von Emissionsrechten ausgeglichen. Dafür werden alle Emissionen des Betriebes in sogenannte CO2-Äquivalente umgerechnet. Durch den Erwerb von Emissionszertifikaten unterstützt der Betrieb klimaschonende Maßnahmen in anderen Ländern und gleicht damit seine eigene CO2-Bilanz aus. Der DFV arbeitet hier mit dem Unternehmen Fokus-Zukunft zusammen.

 

Vom DFV beratene Unternehmen können wählen, ob sie neben ihrem Betrieb auch ihre Produkte klimaneutral stellen möchten. Wesentliche Einflussgrößen auf der betrieblichen Ebene sind der Energie- und Materialverbrauch sowie der Einsatz von Kühlmitteln. Die wichtigsten Faktoren für die Berechnung der CO2-Neutralität der Produkte hängen stark von Tierart, Fütterung und Haltung ab. Dafür erarbeitet Fokus-Zukunft mit Unterstützung des DFV ein Berechnungsmodell. Dieses wird in einem weiteren Testbetrieb, der Fleischerei Dohrmann aus Bremen, angewendet. www.landfleischerei-koch.de

 

Fotos: Deutscher Fleischer-Verband

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