Österreichts Exporte im Steigflug

Nach dem wirtschaftlich eingetrübten Jahr 2012 war 2013 von Stabilisierung und leichtem Aufschwung geprägt. Dieses Umfeld nutzte die heimische Agrar- und Lebensmittelbranche, um ihre Exporte weiter zu steigern. Erste Schätzungen gehen von einem Exportwert von weltweit 9,5 Milliarden Euro aus, das entspricht einer Steigerung von 4,5 Prozent. Rund ein Drittel der Exporte erreichen unsere deutschen Nachbarn.

Außenhandelsbilanz weiter verbessert

Exporten im Wert von 9,5 Milliarden Euro standen Importe im Wert von rund zehn Milliarden Euro gegenüber. Die Außenhandelsbilanz verbessert sich damit zu Gunsten Österreichs. Der Wert der Agrar- und Lebensmittelexporte stieg im abgelaufenen Jahr um 4,5 Prozent, die Menge gab im Gegenzug leicht um 0,1 Prozent auf 8,4 Millionen Tonnen nach. Den Exporten standen Importmengen von 8,2 Millionen Tonnen gegenüber. Damit werden weiterhin mehr Lebensmittel aus- als eingeführt. Österreich hat sich als Exportnation etabliert.

Wichtigste Handelspartner: Deutschland und Italien

Rund ein Drittel der weltweiten agrarischen Exporte Österreichs geht zu unseren deutschen Nachbarn. Damit ist und bleibt die Bundesrepublik mit einem Wert von 3,2 Milliarden Euro wichtigster Handelspartner für heimische Lebensmittelproduzenten. Die Entwicklung des Außenhandels mit Deutschland seit Österreichs Beitritt zur EU im Jahr 1995 sucht ihresgleichen: plus 507 Prozent in weniger als zwanzig Jahren. Italien erholt sich nach Rückgängen im Jahr 2012 (+1,8%) und steht mit 1,3 Milliarden Euro kontinuierlich an zweiter Stelle der Export-Länder.

Russen fliegen auf österreichisches Schweinefleisch

Auf Platz 3 unter den Top-Ten der Exportländer liegen die USA mit 472 Millionen Euro. Davon entfallen rund 90 Prozent auf das Zollkapitel „Getränke und alkoholfreie Flüssigkeiten“. Besonders erfreulich ist die Entwicklung des Außenhandels mit Russland, das es erstmals in die Top-Ten schaffte (237 Millionen Euro). Das Plus von 26 Prozent liegt zu einem großen Teil in einer Steigerung des Exportes von Schweinefleisch begründet. Die ausgeführte Menge verdreifachte sich im vergangen Jahr auf 10.152 Tonnen, wertmäßig vervierfachte sich der Export auf 24 Millionen Euro.

Große Umsätze im „Nachbargeschäft“

Die benachbarten Länder sind für die heimische Lebensmittelwirtschaft besonders bedeutend. So sind Ungarn, Schweiz, Slowenien und Tschechien traditionell wichtige Handelspartner Österreichs. Die durchschnittlichen Ausgaben für österreichische Lebensmittel liegen in Slowenien pro Kopf bei 70 Euro. Zum Vergleich: Deutsche geben pro Kopf rund 20 Euro für rot-weiß-rote Spezialitäten aus.

„Junge Märkte“ boomen

Die „jungen Märkte“ der EU 13 haben sich als unverzichtbar für die rot-weiß-rote Lebensmittelwirtschaft etabliert. Ungarn war im Jahr 2012 aufgrund des wirtschaftlichen Umfeldes eine schwierige Exportdestination, 2013 konnte die negative Entwicklung aber wieder umgekehrt werden. Der Export in die Slowakei ging im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent zurück. Polen legte um zwanzig Prozent zu. Ein Teil dieser Steigerung geht auf das Konto der Ausfuhren von Futtermitteln und von Saatmais.

Ein Drittel der gesamten Exporte gehen nach Deutschland

Auch auf dem deutschen Markt konnte die rot-weiß-rote Agrarwirtschaft mit 5,7 Prozent eine weitere Steigerung verzeichnen. Nachdem 2012 die „Schallmauer“ von drei Milliarden Ausfuhrwert durchbrochen worden war, gingen 2013 Waren im Wert von 3,2 Milliarden Euro ins große Nachbarland. Die exportierte Menge stieg um 4,8 Prozent auf 2,8 Millionen Tonnen. Wichtigste agrarische Umsatzbringer sind seit vielen Jahren Milch und Milchprodukte sowie Fleischzubereitungen wie Wurst, Schinken und Speck. Die Ausfuhr von Rindfleisch entwickelt sich in den letzten Jahren sehr erfreulich. Auf frisches sowie veredeltes Obst und Gemüse entfallen rund ein Viertel der Exporte.

Käse und Fleischzubereitungen sind Exportschlager

Käse in all seiner Vielfalt bleibt im Außenhandel mit Deutschland der Dauerbrenner als unangefochtener Exportschlager. 2013 wurden 54.932 Tonnen im Wert von 255 Millionen Euro exportiert. Das entspricht einem Plus von 4,4 Prozent. Auch der Export von Rindfleisch in Richtung Deutschland entwickelt sich seit Jahren äußerst positiv, 2013 wurden in die Bundesrepublik 33.985 Tonnen heimisches Rindfleisch exportiert. Rot-weiß-rote Exportschlager sind Fleischzubereitungen wie Wurst, Schinken und Speck. Mehr als zwei Drittel der gesamten Ausfuhren in diesem Segment gehen nach Deutschland, die Tendenz weist stetig aufwärts. Die Ausfuhren brachten 2013 einen absoluten Rekord von 60.364 Tonnen. Das entspricht einem Wert von rund 269 Millionen Euro (plus 9,4 Prozent). Auch die Exporte von frischem Obst entwickeln sich seit Jahren kräftig und knackten im Jahr 2013 erstmals die 100-Millionen-Euro-Schwelle.

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