Nach dem Skandal um die gefährlichen Bakterien in Produkten der Großmetzgerei Sieber in Geretsried hat es nun einen kleinen Betrieb auf dem Land erwischt: die Hofmetzgerei Braumiller in Biburg. Bei Überprüfungen im Rahmen des hauseigenen Qualitätsmanagements – der Familienbetrieb schickt dafür Proben in ein Labor – war der Befall mit Bakterien festgestellt worden. Daraufhin informierten die Eigentümer sofort das Landratsamt Fürstenfeldbruck. Von dort kam am Mittwoch, 29. Juni 2016, eine eindeutige Warnung:
„Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes rät das Landratsamt bis auf weiteres davon ab, Wiener und Kochschinken von der Hofmetzgerei Braumiller, Biburg, Landkreis Fürstenfeldbruck, zu konsumieren. Diese Produkte sind möglicherweise mit Listerien belastet und gesundheitsgefährdend. Die Produkte sind lokal, Verkauf ab Hof, in Verkehr gelangt. Das Landratsamt hat der Hofmetzgerei einstweilen untersagt, verzehrfertige Fleisch- und Wurstwaren in Verkehr zu bringen. Das Verbot bleibt bestehen, bis die Ursache geklärt und beseitigt ist.“
Ein Verbot, dem Rudolf und Christine Braumiller offenbar zuvorgekommen sind. Laut Landrat Thomas Karmasin haben die beiden von sich aus angeboten, den Verkauf unmittelbar einzustellen. Derzeit ist der Betrieb geschlossen.
Verunreinigtes Wasser schuld?
Wie sich bei ersten Untersuchungen in der Hofmetzgerei herausgestellt hat, müssen rund 40 kg Wiener Würstchen und etwas Kochschinken vernichtet werden. Den Auslöser des Unheils verdächtigen die Braumillers in ihrer Kühlung. Dort sei möglicherweise verunreinigtes Wasser eingedrungen. Eine externe Firma soll sich vorort auf Ursachenforschung machen.
Den finanziellen Schaden schätzen die Eigentümer der Hofmetzgerei auf rund 30.000 €. Stammkunden wurden persönlich per E-Mail über den Fall informiert. Nach dem ersten Schreck hat es auch viel Lob und Zuspruch für Rudolf und Christine Braumiller gegeben, vor allem für ihren offenen und ehrlichen Umgang mit dem Listerien-Befall.
Foto: B&L-Archiv