Zehn gute Gründe, Fleisch zu essen

Berlin. Die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) zeigt in der aktuellen Ausgabe ihrer Veröffentlichungsreihe Greenfacts zehn gute Gründe auf, Fleisch zu essen. Die Publikation beschreibt Fakten und liefert Hintergrundinformationen zur Herstellung und zum Konsum von Fleischprodukten in Deutschland und der damit verbundenen Prozessketten. Dr. Anton Kraus, Geschäftsführer der FNL, erklärt: "Wir möchten kurz und knapp informieren, welche Rolle der Fleischverzehr in Deutschland spielt. Wir wollen zeigen, dass sich die Produktion von Fleisch und Lebensmitteln tierischen Ursprungs in Deutschland durch hohe Ansprüche an eine verantwortungsvolle Nutztierhaltung und an eine rückverfolgbare Prozesskette auszeichnet. Aber auch auf Kritik und Vorurteile gehen wir ein und beantworten gesellschaftlich häufig diskutierte Fragen."

Der jährliche Fleischkonsum in Deutschland Pro-Kopf beträgt derzeit 89 kg, davon rund 19 kg Geflügel-, 54 kg Schweine- und 13 kg Rindfleisch. Die Produktion ist Teil einer kontrollierten Prozesskette, in deren Zentrum verantwortungsvoll arbeitende landwirtschaftliche Nutztierhalter stehen, die mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Land- und Agrarwirtschaft beitragen.

1. Fleisch ist gesund, schmeckt gut und ist vielseitig
Menschen sind von Natur aus Allesesser. Das heißt, dass sie neben pflanzlicher auch tierische Nahrung aufnehmen sollten. Fleisch liefert hochwertiges Eiweiß, viel Eisen und Vitamine. Dabei ist Fleisch durch ganz unterschiedliche Zubereitungsformen zuhause oder als Convenience-Produkt geschmacklich variabel und damit sehr vielseitig einsetzbar. Unser jährlicher Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch beträgt derzeit 89 kg, davon rund 19 kg Geflügel-, 54 kg Schweine- und 13 kg Rindfleisch.

2. Massentierhaltung hat nichts mit Tierleid zu tun
Die Anzahl der Tiere ist nicht entscheidend für ihr Wohlergehen und für eine tiergerechte Haltung. Entscheidend sind andere Dinge: Die Möglichkeit, sich tiergerecht verhalten zu können, das Fehlen von Durst und Hunger sowie die Abwesenheit von Angst, Leiden oder Krankheiten. Eine Steigerung der ökonomischen Effizienz bedeutet nicht automatisch eine Verschlechterung des Tierwohls. Die moderne, bäuerliche Nutzierhaltung wurde in den letzten Jahrzehnten stetig und unter Einbeziehung neuester Forschungsergebnisse im Sinne der Tiere verbessert.

3. Nutztierhaltung orientiert sich immer stärker an den Bedürfnissen der Tiere
Wissenschaftler und Praktiker beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren. Geachtet wird dabei auch darauf, dass die Tiere ihr natürliches Verhaltensrepertoire ausleben können. So werden Sauen in Gruppen gehalten oder Kühe überwiegend nicht mehr angebunden. Nur gesunde, tiergerecht gehaltene Nutztiere können auch ihr volles Leistungspotential ausschöpfen.

4. Fleischkonsum trägt nicht zur Abholzung von Regenwäldern bei
Nur etwa 14 % des hierzulande verbrauchten Eiweißfutters stammen aus Importen. Europa exportiert Getreide und führt im Gegenzug Eiweißfuttermittel wie Soja aus Schwellenländern ein. Soja ist ein wichtiger Eiweißträger und stammt zum weitaus überwiegenden Teil aus traditionellen Erzeugungsgebieten, in denen der Anbau seit Jahrzehnten erfolgt: die USA, Argentinien und Brasilien. Auch heimische Eiweißquellen wie Raps oder Leguminosen ergänzen das Futterangebot.

5. Der Anbau von Futterpfanzen geht nicht zu Lasten menschlicher Ernährung
Die Argumentation „Teller oder Trog" lässt außer Acht, dass viele landwirtschaftliche Flächen aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften nicht für den Anbau von Nahrungsmitteln, sondern als Weide nur durch Wiederkäuer zu nutzen sind. Tiere verwerten zudem oft Getreide, das zur Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel nicht geeignet ist. Zudem gibt es auch Koppelprodukte aus beispielsweise Raps, die sowohl zur menschlichen Ernährung (Rapsöl), Fütterung (Rapsschrot) und auch zur Energiegewinnung genutzt werden können.

6. Nutztierhalter sind an strenge gesetzliche Aufagen gebunden
Landwirte sind an strenge gesetzliche Vorgaben bezüglich Immissionsschutz und Art des Haltungsverfahrens gebunden. Tierschutzgesetz, Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung oder Futtermittelverordnung sind nur einige Beispiele für den gesetzlichen Rahmen, der Nutztierhaltern gesteckt ist.

7. Fleisch aus Deutschland ist Teil einer kontrollierten Prozesskette
Die Produktion und Vermarktung von Fleisch ist ein rückverfolgbarer Prozess – angefangen von der Futtermittelherstellung über die Landwirtschaft, die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel. Deutsche Prüfsysteme wie z.B. „QS" integrieren jeden einzelnen Schritt in ein Qualitätssicherungssystem. Prozess- und Produktqualität werden in Deutschland gleichermaßen gesichert.

8. Die Landwirte in Deutschland sind sehr gut ausgebildet
Von den im Jahre 2010 erhobenen 51.000 Hofnachfolgern verfügten fast alle über mindestens eine landwirtschaftliche Fachausbildung. Somit ist eine hohe Kompetenz, Tierwohl zu beurteilen, gewährleistet. Denn im Mittelpunkt der täglichen bäuerlichen Arbeit steht die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere.

9. Die Qualität von Fleisch ist gesetzlich streng reglementiert
Gesetze, die die Verarbeitung und den Handel mit Fleisch regeln, sind unter anderem das Handelsklassengesetz oder das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch.

10. Nutztierhaltung ist ein wichtiger Erwerbszweig in Deutschland
Von den rund 300.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland halten 210.00 Betriebe Tiere. Da die Bauern drei Fünftel ihres Jahresumsatzes von 53 Mrd. € damit erwirtschaften, ist die Haltung von Nutztieren für die deutsche Landwirtschaft das wirtschaftliche Rückgrat. Nimmt man die Umsätze der vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche hinzu, dann wird durch die gesamte Produktionskette bei Milch, Fleisch, Eiern und Binnenfischen sowie Honig ein Umsatzvolumen von weit mehr als 200 Milliarden Euro generiert. Rund 2,6 Mio. Erwerbstätige sind in Deutschland in dieser Produktionskette zusammen mit dem Handel beschäftigt.

www.fnl.de/services


lis/Redaktion fleischnet


Quelle: Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft

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